Wohnungssuche


Wer länger in Neuseeland bleiben will und nicht gerade als Rucksackreisender unterwegs ist, sollte sich nach einer festen Bleibe fernab der Hostels umsehen. Vorweg: Die Mieten in Wellington sind deutlich teurer als in Deutschland. Daher kam für mich nur ein WG-Zimmer in Frage.

Eine WG zu finden ist eigentlich recht einfach. Hier gibt es so viele WGs, dass immer irgendwo ein Zimmer frei wird. Oft geschieht dies sehr spontan. Mieten werden pro Woche entrichtet, Mindestlaufzeiten gibt meist auch nicht. Daher stehen die Chancen gut, schnell etwas zu finden. Wie brauchbar das „etwas“ dann aber ist, muss man auf jeden Fall selbst begutachten. Die Häuser hier sind sehr alt und in Sachen Einrichtung muss man schauen, was es so gibt. Statt einer Zentralheizung findet man wenn überhaupt nur elektrische Heizgeräte. Statt Zerankochfeld oder Induktion gibts Gas und ein Backofen (mit Gas!) ist schon Luxus. Isoliert sind die Häuser auch nicht so gut, also wird es vor allem im Winter recht kalt drin oder teuer für den Strom der elektrischen Heizungen. Aber wer reist schon über Juli/August hier runter, wenn man im Dezember die Chance hat, Weihnachten und Neujahr im Hochsommer zu feiern.

Zur WG-Suche gibt es hauptsächlich drei Portale, die hier üblich sind:

  • Der „Flatmates Wanted“ Bereich bei trademe. Trademe ist in etwa mit dem deutschen eBay Kleinanzeigen vergleichbar. Es ist kostenlos und täglich finden sich hier haufenweise neue Anzeigen. Das scheint das hauptsächlich benutzte Portal für WG-Suche zu sein. Fast immer ist eine Handynummer als Kontakt angegeben, man kann also einfach eine SMS schreiben und muss sich nicht mal registrieren. Hier ist eine lokale Handynummer natürlich von Vorteil, zumal die meisten Tarife eine SMS Flatrate beinhalten. Die Registrierung ist bei Trademe ohne lokale Handynummer auch nur schwer bis gar nicht möglich. Leider sieht man nur den ungefähren Standort der WG und kann auch nicht nach „furnished“ filtern – ich wollte ja eine Zimmer inkl. Bett.
  • EasyRoommate: Hier hat man wirklich gute Suchoptionen. Es gibt eine Karte, auf der man die Angebote mit genauem Ort sieht. Man kann filtern, ob man nur möbliert will. Allerdings gibt es ein Premium-Modell auf dieser Seite: Ist weder der Anzeigensteller noch du als Interessent ein Premium-Mitglied, dann kannst du erst Kontakt aufnehmen, wenn die Anzeige 10 Tage alt ist. Bei der Spontanität der Menschen hier ist das zu lange und wer gibt schon gerne Geld aus. Daher finden sich hier auch deutlich weniger Angebote als auf trademe. Meist werden die Angebote hier auch zusätzlich auf trademe gepostet, also einfach mal schauen, ob man dort an eine Kontaktmöglichkeit kommt.
  • nzflatmates: Noch ein Portal zur WG- und Mitbewohner-Suche. Nicht wirklich komfortabler als trademe, aber manchmal postet ein Anzeigensteller die Anzeige nur hier und nicht auf trademe. Also einfach mal reinschauen.

Angekommen am Dienstag Nachmittag habe ich mir über 10 WGs in 5 Tagen angesehen, in der Preisspanne von $130 bis $230 wöchentliche Miete inkl. Nebenkosten wie Strom, Gasser, Gas, Internet, Müllsäcke und andere gemeinsame Gegenstände. Alle ausgewählten WGs waren in max. 40 Gehminuten zur Universität. Einige waren total unakzeptabel, auch bei den teureren. Letztendlich blieben 4 Stück in der näheren Auswahl. Mein Favorit wurde leider an einen anderen Interessent vergeben. eine WG auf der Liste, die auch noch die günstigste unter den akzeptablen war, konnte sofort bezogen werden. So bin ich bereits am Montagabend im Stadtteil Kelburn in eine 4er WG eingezogen. Kein Luxus, aber alles was man fürs Leben braucht ist da. Der Umzug gestaltete sich etwas schwierig, da die Busse echt nicht für den Transport von größeren Koffern ausgelegt sind, und die Verbindung zudem einen Fußweg von 5 Minuten vorsah, der durch die Treppen dann deutlich länger gedauert hat. Da hätte ich doch lieber ein Taxi nehmen sollen…

Zur Uni sind es nun ca. 20 Minuten zu Fuß. In die Stadt rund 35 Minuten. Der Rückweg ist teilweise recht steil. Zum Ortsteil Karori, in dem es ach einen Supermarkt der Kette Countdown gibt, sind es auch rund 35 Minuten. Hat man viele Einkäufe dabei, dann könnte sich eine Busfahrt für den Rückweg lohnen, auch wenn das egal wo man hin möchte immer zwei Zonen sind, weil wir etwas ungeschickt im Tarifsystem beheimatet sind. Alles in allem aber gut, günstig und vor allem schnell. Zur Erinnerung: 6 Tage von der Landung bis zum Einzug in eine WG. Das dürfte in Deutschland nicht so ohne Weiteres möglich sein.

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